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Achtung Zecken!

Achtung Zecken!

Sie sind leidenschaftlich gern draußen unterwegs? Zu jeder Jahreszeit und überall in Deutschland oder Europa? Dann sind Sie ein perfektes Ziel für Zecken. Denn wer die Natur liebt, muss sie auch mit den kleinen Spinnentieren teilen.

Eins ist klar: Zecken fallen nicht von Bäumen. Ihr Lebensraum sind Wiesen, hohe Gräser und Büsche. Denn höher als 1,50 Meter können die kleinen Parasiten nicht klettern. Zecken lassen sich einfach von ihrem potenziellen Wirt abstreifen und machen sich dann auf seinem Körper auf Nahrungssuche. Die nur millimetergroßen Zecken sind europaweit verbreitet und können bis zu 50 verschiedene Krankheitserreger übertragen. Darunter Borreliose-Bakterien und das FSME-Virus, das eine Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen und damit zu einer Entzündung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems führen kann. Mit etwas Vorsorge und einer FSME-Impfung können Sie jedoch unbeschwert Zeit im Freien verbringen. Wie das geht, zeigen unsere wichtigsten Tipps:

  • Halten Sie sich möglichst nicht im hohen Gras oder im Unterholz auf. In der Laubstreu im Wald fühlen sich Zecken besonders wohl, da die Temperaturen auch im Winter moderat sind und die Luftfeuchtigkeit hoch. Abseits der befestigten Wege besteht im Wald daher immer erhöhte Zeckengefahr. Auch die langen Grashalme auf nicht gemähten Wiesen, am Wegesrand oder am Flussufer werden von Zecken gern genutzt, um nach potenziellen Wirten Ausschau zu halten.
  • Auch Kleidung kann als Zeckenschutz dienen: Tragen Sie geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen und ziehen Sie die Socken über die Hosenbeine. Zecken klettern nicht höher als 1,50 Meter und klammern sich daher mit Vorliebe an den Hosenbeinen fest. Auch Gummistiefel können dazu beitragen, Zecken den Zugang zur Haut zu erschweren.
  • Kommen Sie den Zecken zuvor: mit heller Kleidung! Zecken lassen sich auf heller Kleidung besser erkennen. Rechtzeitig bemerkt, können Sie die Zecke sogar noch entfernen, bevor sie zusticht.
  • Verwenden Sie insektenabweisende Mittel gegen Zecken, sogenannte Repellentien. Diese halten Ihnen nicht nur lästige Stechmücken, sondern auch Zecken für eine Weile vom Leib. Stiftung Warentest hat die effektivsten Mittel für Sie getestet.
  • Suchen Sie Ihren ganzen Körper nach Zecken ab, nachdem Sie sich in der Natur aufgehalten haben. Zecken sind winzig klein und krabbeln auf dem Körper und der Kleidung herum, um eine geeignete Einstichstelle für das Blutsaugen zu finden. Sie bevorzugen dünne und warme Hautstellen. Deshalb sollten Sie sich in den Kniekehlen, im Bauch- und Brustbereich sowie im Schritt gründlich nach Zecken absuchen. Bei Kindern sind außerdem Kopf, Haaransatz und Nacken häufig betroffen.

FSME Infografik

Aller Vorsicht zum Trotz: Ein Zeckenstich lässt sich nicht mit 100-prozentiger Sicherheit vermeiden. Was tun wenn die Zecke doch zugestochen hat?
Wer von einer Zecke gestochen wurde, sollte den Parasiten entfernen, den Tag notieren und die Einstichstelle noch ein paar Wochen beobachten. Es gibt mehrere Möglichkeiten, unter anderem mit einer Pinzette:

Zeckenentfernung mit Pinzette

Eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bringt grippeähnliche Symptome wie Mattheit, Fieber, Gliederschmerzen mit sich. Treten Rötungen, Juckreiz oder Schwellungen auf oder wird die Einstichstelle heiß und pocht, suchen Sie einen Arzt auf!

Nach einer erfolgreichen Zeckenentfernung fragen sich viele Menschen: Wohin mit der entfernten Zecke? Der Frage nach der richtigen Zeckenentsorgung haben sich Zeckenforscher gewidmet. Geprüft wurden folgende Methoden der Zeckentötung: mechanische Tötungsmethoden wie Zerquetschen oder Zerdrücken, Töten durch Hitzeeinwirkung und den Einsatz verschiedener Flüssigkeiten. Das Ziel: Zecken sollten sicher abgetötet werden, ohne dass der Mensch dabei in Kontakt mit den Körperflüssigkeiten der Zecke kommt. Ein solcher Kontakt könnte dazu führen, dass in der Zecke befindliche Krankheitserreger in den menschlichen Organismus gelangen – zum Beispiel durch eine kleine Wunde.
Am wirkungsvollsten erwies sich im Zeckenhärtetest das Zerdrücken von Zecken mit einem festen Gegenstand, z. B. einem Glas. Dazu sollten die Zecken in einem zusammengefalteten Papier eingeklappt werden. Danach wird ein Wasserglas mit Druck über das Papier gezogen. Die Methode erwies sich im Test sowohl für erwachsene Zecken als auch für Nymphen als geeignet. Ebenfalls erfolgreich war das Töten in min. 40-prozentigem Alkohol, Chlorreiniger und Sagrotan. Als ungeeignet erwiesen sich das Zertreten mit dem Schuhabsatz und das Zerquetschen mit dem Fingernagel. Auch vom Herunterspülen der Zecke in der Toilette sollte abgesehen werden. Wie ein Zeckenhärtetest gezeigt hat, überleben Zecken eine geraume Zeit in Wasser. Anschließend Hände waschen nicht vergessen.

Mit der richtigen Vorsorge und Beachtung der vorgenannten Hinweise steht der ungebremsten Leidenschaft in der Natur nichts mehr im Weg.

 

Quelle: www.zecken.de
Fotos und Grafiken: „© Pfizer | www.zecken.de“

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